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Ich bin 49 Jahre alt, bin verheiratet , habe 3 Kinder und einen Hund. Momentan bin ich anorektisch (magersüchtig) . Hier möchte ich meine Gedanken und Ereignisse meines teilweise mittlerweile anstrengenden Alltags aufschreiben.

Alter: 50
 


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Durch einen Zahn gebremst

Durch einen Zahn gebremst

wurde ich Mitte September

Nachdem ich schon seit Wochen Schmerzen im Mund hatte und dachte, dass mein Zahnfleisch etwas entzündet ist und ich dieses mit einer Spülung aus der Apotheke versuchte zu kurieren, bin ich dann doch, nachdem ich jeden Abend eine Schmerztablette zum schlafen brauchte zum Zahnarzt gegangen obgleich ich immer noch der Meinung war, dass ich das nicht müsste, da ich sehr gesunde Zähne habe.

Bisher hatte ich ziemlich Glück mit meinen Zähnen, lediglich meine hinteren Weisheitszähne bekamen vor einigen Jahren eine kleine Füllung aus Kunststoff, da lange nicht erkannt wurde, dass diese vorhanden sind und ich sie dadurch das noch das Zahnfleisch darüber lag, lange Zeit nicht richtig putzen konnte. Lediglich mit dem Zahnfleisch habe ich ab und an Probleme, da es bei Infekten dazu neigt sich etwas zu entzünden und zudem beiße ich mich nachts im Schlaf auch teilweise im Mund (Zähneknirschen ist ja schließlich was für Anfänger).

Deshalb dachte ich auch nicht dass ich etwas am Zahn haben konnte. Als mir aber der ganze Kiefer schmerzhaft spannte und ich zudem noch Ohrenschmerzen hatte, habe ich schließlich beim Zahnarzt meines Mannes angerufen, um nach einem Termin zu fragen.

Normalerweise bekommt man dort nur schwer einen Termin und ich rechnete damit, dass ich in den nächsten 1-2 Wochen einen Termin bekommen würde. Zufälligerweise war aber eine Patientin abgesprungen und ich konnte in den nächsten 20 Minuten vorbeikommen.

Völlig überrumpelt, schwang ich mich auf mein Fahrrad und war schon bald in der Praxis. Zunächst füllte ich einen Fragebogen aus, wo ich wieder überlegte, ob ich Anorexie als gesundheitliches Problem angeben sollte, fasste mir diesbezüglich ein Herz und frage, die sehr freundliche Empfangsdame der Praxis. Sie meine ich soll das angeben, es könnte wichtig für die Betäubung sein.

Im Wartezimmer machte ich mir Sorgen, dass der Zahnarzt denken könnte, dass ich einfach zu schmerzempfindlich bin und grundlos herumjammere, zudem hatte ich total Angst.

Nach kurzer Zeit kam ich dann ins Behandlungszimmer und musste mich gleich auf die Liege legen. Dann kam der Zahnarzt, der eine sehr positive Ausstrahlung hat und mich wirklich freundlich begrüßte. Ich schilderte ihm meine Beschwerden und dann schaute er sich meinen Mund von innen an. Zunächst folgte das Aufzählen der Zähne mit den Nummern und der Erleichterung meinerseits wenn nach der genannten Zahl das „ob (ohne Befund)“ genannt wurde. Dann durfte ich den Mund wieder schließen. Der Arzt lobte mich zunächst für meine sehr schönen und gesunden Zähne – worauf ich auch wirklich stolz bin, kritisierte etwas mein Putzverhalten – Putzschäden am Zahnschmelz durch zu häufiges (ich putze 4-5 Mal am Tag Zähne) Zähneputzen und machte dann ein sehr ernstes Gesicht. Er sagte, ich soll jetzt keinen Schock bekommen aber ein Weisheitszahn sei total kaputt und entzündet. Die Zahnwurzel sei so entzündet, dass der Zahn so schnell wie möglich raus muss, da sonst die Gefahr bestünde, dass die Entzündung den Kieferknochen angreife. Zudem müsse er ihn herausoperieren damit die umliegenden Nerven nicht beschädigt werden. Er verstehe zudem nicht, wie ich so lange mit so heftigen Schmerzen herumlaufen konnte (bin also doch kein Weichei).

Dann überlegte er, ob ich ins Krankenhaus gehen soll, da würde der Eingriff dann unter Vollnarkose gemacht werden könne oder ob er es unter der normalen Betäubung machen soll. Aufgrund meines Gewichts meinte er, dass es wohl besser sei, wenn er es machen würde und ich soll mich allerdings darauf einstellen, dass es eine richtige OP sei und ich das nicht auf die leichte Schulter nehmen soll.

Dann gab er mir einen Termin. In zwei Tagen morgens um 9.15 soll ich da sein und dafür Sorge tragen, dass mich ein Taxi oder noch besser ein Angehöriger nach dem Eingriff abholt.

Die nächsten zwei Tage war ich wohl nicht unbegründet, sehr nervös und konnte nachts auch wegen der zunehmenden Schmerzen kaum schlafen.

Am Mittwochmorgen bin ich dann mit zitternden Knien in der Zahnarztpraxis aufgeschlagen und nach kurzer Wartezeit ging es dann los.

Zunächst bekam ich die Betäubungsspritze, was für mich kein Problem ist, denn mit Spritzen habe ich generell keinerlei Probleme. Dann wurde gewartet, dass das Betäubungsmittel wirkt.

Während des Wartens sprach die liebevolle Assistentin mit mir und bereitete nebenbei die Instrumente für den Eingriff vor, die sie vor mir etwas verbarg mit der Begründung, dass diese nicht so angenehm für die Patienten aussähen. Eigentlich ging es mir den Umständen entsprechend nicht so schlecht und meine rechte Wange fing auch schon an taub zu werden.

Plötzlich jedoch fingen meine Beine an völlig unkontrolliert zu zucken und zu beben. Dann folgten die Arme und schließlich zitterte ich am ganzen Körper und konnte dagegen überhaupt nichts machen. Das brachte mich völlig aus der Fassung und ich merkte wie Tränen in meine Augen stiegen, was mir sehr peinlich war. Der Zahnarzt, der bereits wieder ins Zimmer gekommen war, hielt meine Hand und fühlte mir den Puls. Ich sagte ihm, so gut ich mit klappernden Zähnen konnte, dass ich das nicht unter Kontrolle hätte und er erklärte mir, dass diese Reaktion meines Körpers von der Spritze komme, da in dem Betäubungsmittel auch Adrenalin sei und dass mein Körper wohl deshalb mit diesem Zittern reagieren würde.

Er ließ sich dann sehr viel Zeit, bis es zum eigentlichen Eingriff kam. Total liebevoll saß er neben mir, hielt meine Hand und redete mit mir über alles mögliche. Tatsächlich ließ das Zittern dann nach und er sagte, dass er jetzt mit dem Eingriff beginnen würde.

Als nächstes legte er mir ein Tuch über das Gesicht, da es ja eine Operation war. Das war zwar im ersten Moment wieder etwas unangenehm aber ok für mich. Dann musste er nochmal nachspritzen da die Betäubung wieder nachgelassen hatte.

Die folgenden 1 ½ Stunden wurden dann doch heftig, er bohrte, sägte, zog und schnitt und zwischendurch gab es immer wieder erneut eine Spritze, da die Betäubung sehr schnell wieder nachließ. Zum Ende der Behandlung hin, fing mein Zahnarzt an etwas zu fluchen, da er den Zahn einfach nicht herausbekam. Inzwischen war mir alles egal, ich wollte nur noch dass er den Zahn endlich herausbekam und so versuchte ich meinen Mund so weit wie möglich aufzumachen und mich weg zuträumen, was mir teilweise sogar gelang. Endlich nach den besagten 1 ½ Stunden hörte ich wie er sagte: „Wir haben es geschafft und es ist ein Zahn“. Er fragte mich, ob ich den Zahn sehen wolle und ich schaute mir auf einem Tablett einen durchgesägten Zahn mit roter Wurzel an. Dann wurde ich noch genäht und er meinte, dass ich nächste Woche zum Fäden ziehen wiederkommen soll.

Abschließend gab er mir noch Anweisungen für die nächsten Stunden und Tage. Ich solle bevor die Betäubung nachlässt ein Schmerzmittel einnehmen, das er mir verschrieb. Auf Antibiotika wurde aufgrund meines Gewichts verzichtet, dafür bekam ich eine antibakterielle Mundspülung verschrieben mit der ich ganz vorsichtig den Mund ab dem nächsten Tag spülen sollte. In den nächsten Stunden sollte ich bis die Betäubung nicht völlig weg sei weder essen noch trinken (ein Kinderspiel für mich und der einzige Lichtblick). Ich solle meinen Kopf hoch lagern und mit Coolpacks die Wange kühlen, damit die Schwellung weg geht. Rohmilchprodukte sollten gemieden werden wegen der Bakterien und ebenfalls sollte auf Kaffee (was mir sehr schwer fiel) verzichtet werden.

Dann schickte ich meinem Mann eine Nachricht, dass er mich abholen soll. Während des wartens stand ich vorne am Empfang und als der Zahnarzt vorbeikam, meinte er, dass ich nicht stehen soll und bat mich auf einer Bank, die dort um die Ecke stand, Platz zu nehmen. Nach kurzem sitzen, war mir diese aber zu hart und ich bin wieder aufgestanden. Natürlich lief er kurz danach wieder vorbei und meinte „jetzt steht sie ja schon wieder“ und bat mich nochmal eindringlich, dass ich mich jetzt ja schonen soll und dass ich einen sehr heftigen Eingriff hinter mir hätte.

Kurz darauf kam mein Mann und wir fuhren nach Hause.

Zuhause angekommen, habe ich mir erst einmal bequeme Kuschelklamotten angezogen und mich natürlich im Bad vorher gewogen. Ich war zwischen erschrocken und erfreut, als die Waage plötzlich auf einen Schlag 1 ½ Kilo weniger anzeigte. Wenigstens hatte ich deshalb keine Probleme mich gemütlich aufs Sofa zu legen und mich wirklich auszuruhen.

Nach 2 Stunden nahm ich, wie mir der Zahnarzt geraten hatte eine Schmerztablette, was ziemlich schwierig war, da ich meinen Mund kaum öffnen konnte. Dann bin ich auf der Couch vor dem Fernseher eingeschlafen und habe bis zum Abend durchgeschlafen.

Zwischenzeitlich hatte mein Zahnarzt bei uns angerufen und sich bei meinem Mann erkundigt wie es mir ginge und ihm erklärt, dass wenn ich Nachblutungen oder Fieber bekäme, er sofort den Notarzt rufen solle. Dann erzählte er ihm noch wie kompliziert der Eingriff war und dass ich 9 Ampullen Betäubungsmittel bekommen hätte und er sagte, dass ich wohl einen so schnellen Stoffwechsel hätte und deshalb die Betäubung nie lange angehalten hätte. Er meinte noch mit dieser Dosis hätte man fast einen Elefanten betäuben können. Das fand ich dann als mein Mann mir das erzählt hatte lustig, da ich ja figurmäsig nicht wirklich einem Elefanten gleiche.

Am späten Abend war dann die Betäubung endgültig weg und ich versuchte etwas Grießbrei, den mir mein Mann liebevoll gekocht hatte zu essen. Ich schaffte nur 2-3 kleine Löffel, da ich den Mund kaum aufmachen konnte. Das Trinken fiel mir auch sehr schwer und auch das Zähneputzen vor dem Schlafen gehen war eine Herausforderung. Zusätzlich zu der Wunde im Mund, war auch meine Lippe von dem langen Eingriff verletzt und sehr angeschwollen.

Den nächsten Tag lag ich auch auf dem Sofa, da ich sehr wacklig auf den Beinen war. Inzwischen konnte ich wenigstens etwas von einem Babygläschen mit einem Plastiklöffel essen und das Trinken ging etwas besser. Schmerzmittel nahm ich alle 4 Stunden und so langsam begann mich mein rumliegen zu nerven. Zudem war am übernächsten Tag die lange Museumsnacht in einer Stadt, die nur eine halbe Stunde von uns mit dem Zug entfernt ist und an der mein Mann und ich jedes Jahr teilnehmen und die uns so einen Spaß macht. Ich hoffte, dass ich da mitmachen konnte. Am Abend sah es noch nicht danach aus und ich war schon richtig traurig.

Am nächsten Morgen war es jedoch von den Schmerzen und vom Kreislauf her etwas besser und ich schaffte es morgens etwas Getreidebrei mit Wasser und mittags einen halben Teller gekochte und pürierte Karotte zu essen. Gleichzeitig reduzierte ich meinen Schmerzmittelverbrauch und nahm an diesem Tag nur 4 Tabletten. Mein Mann ging auch wieder ins Büro, nahm aber den Hund mit, da ich noch keine Spaziergang mit ihm schaffte. An diesem Abend war ich glücklich, da ich beschlossen hatte auf jeden Fall zur Museumsnacht zu gehen. Zudem war ich etwas mehr auf den Beinen gewesen und das kam meinem, durch das ausschließliche Liegen, verspannten Körper und meinem Kreislauf sehr entgegen.

Etwas wacklig auf den Beinen aber total happy sind wir dann am nächsten Tag abends zur Museumsnacht und durch die Ablenkung und die gute Stimmung hatte ich nur wenig Schmerzen und schaffte es sogar in einem indischen Restaurant eine Kleinigkeit zu essen.

Am Sonntag ruhte ich mich noch etwas aus und am Montag hatte mich der ganz normale Alltag wieder. Mit dem Essen von festen Speisen klappte es zwar noch nicht so gut aber die Schmerzen wurden immer weniger und es ging mir wieder recht gut.

Eigentlich wollte ich am Dienstag wieder zum Sport gehen aber mein Mann meinte ich solle damit warten bis die Fäden gezogen seien und der Zahnarzt sehen kann ob alles gut verheilt sei. Also war ich ganz vernünftig und ging nicht.

Am Mittwochmorgen wurden mir dann die Fäden gezogen. Im Vorfeld hatte ich davor natürlich wieder Angst. Als ich ins Behandlungszimmer kam, schaute mich der Zahnart ganz besorgt an und fragte vorsichtig wie es mir geht. Er meinte, dass ich einen Höllenritt hinter mir hätte und er die letzten Tage ganz oft an mich gedacht hätte, da er noch nie so eine schwierige OP gehabt hätte und dass er total stolz auf mich sei, wie tapfer ich diesen Eingriff durchgestanden habe. Seine Worte taten mir schon irgendwie gut, denn ich will ja immer die Tapfere sein. Das Fäden ziehen war völlig schmerzlos und nach 5 Minuten war alles vorbei. Ich machte noch einen Termin für eine Füllung eines Zahns, der wegen zu starkem Zähne putzen etwas an Substanz verloren hat, aus und dann bin ich noch in die Stadt gefahren um meinem Jüngsten ein Geschenk für einen Kindergeburtstag am Nachmittag zu besorgen.

Am Donnerstag bin ich endlich wieder zu meinem geliebten Sport gegangen und meine Befürchtung, dass ich keine Kondition mehr habe, hat sich zum Glück nicht bestätigt und ich war danach total glücklich.

Nach dieser Geschichte hat mich jetzt der normale Alltag wieder mit den üblichen Aufgaben und bei der Therapie war ich auch schon wieder, die wegen Urlaubs und der Zahngeschichte eine längere Pause hatte.

Eigentlich geht es mir wieder ganz gut. Das einzige ist, dass mein Gewicht sich dauerhaft um 2 Kilo reduziert hat und ich wieder bei 37 Kilo angelangt bin. Meine Erfolge, die Vereinbarungen mit meiner Psychologin erst auf 38 Kilo im Mai und dann auf 39 Kilo im August zu kommen, was mir ja auch gelungen war, sind wieder weg. Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen mir diese wieder „anzufuttern“ und das überfordern mich gerade wieder. Mein Kopf sagt, dass ich es wieder schaffen muss, meine Ana feiert meinen Erfolg in die andere Richtung und momentan gelingt es mir ehrlich gesagt nicht so viel zu essen, dass ich davon zunehmen könnte.

Ich versuche mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen. Zunächst bin ich jetzt dankbar, dass mein Körper die Kraft hatte einen schwierigeren Eingriff zu überstehen und dass ich zudem einen Zahnarzt gefunden habe, dem ich vertraue und der diese OP so einfühlsam durchgeführt hat, dass ich nicht noch eine weitere psychische Belastung bei meiner Therapeutin verarbeiten muss.

15.10.17 04:46, kommentieren

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Unser Hochzeitstag

Dieses Jahr wollten wir an unserem Hochzeitstag etwas Wellness machen und anschließend etwas essen gehen.

Am Morgen ist mein Mann noch arbeiten gegangen und ich bin in die Stadt um eine Kleinigkeit für ihn zu besorgen. Meine Wahl fiel auf auf ein feines Parfüm und mein Mann hat sich sehr darüber gefreut. Im Gegenzug hatte er für mich einen wunderschönen Blumenstrauß besorgt.

Gegen Nachmittag sind wir dann in ein Wellnessbad gegangen und zunächst bin ich kurz im normalen Schwimmerbecken draußen schwimmen gegangen, während mein Mann das Thermalbad bevorzugte, da er es draußen zu kalt fand. Ich schwamm vier Bahnen und obwohl ich noch stundenlang hätte weiter schwimmen können, bin ich doch danach zum Thermalbecken, weil ich mir dachte, dass es ja ein gemeinsames Erlebnis sein sollte und es mein Mann bestimmt nicht schätzt, wenn wir beide in unterschiedlichen Becken sind.

Tatsächlich wurde ich durch sein erfreutes Lächeln belohnt und auch durch die Aussage, dass er sich freut, dass ich schon so bald wieder zu ihm zurückgekommen bin – er hatte es wohl (aus Erfahrung) nicht vermutete, dass ich so bald zurück sein würde.

Dann sind wir in die Sauna gegangen. Für mich ist das immer ein bisschen gruselig. Ich habe Angst mich ganz blank vor allen zu zeigen und so ist es für mich durchaus eine ziemliche Überwindung meinen Bademantel vor der Sauna abzustreifen und nur mit einem Handtuch bewaffnet hineinzugehen. Da ich sehr selten in die Sauna gehe, ist es auch jedes Mal ein kleiner Schock, wie warm es tatsächlich darin ist und der erste Saunagang viel deshalb auch recht kurz aus, da ich zunächst mit der Hitze nicht klar kam und mein Herz total raste. Mein Mann nahm es mit Fassung, dass wir nur ein paar Minuten blieben und wir widmeten uns einer „Erlebnisdusche“. Ich hatte das Glück sanft von den Seiten mit kaltem Nebel besprüht zu werden, was angenehm war, mein Mann hingegen probierte den „Regenwaldshower“ und es prasselte ein sehr üppiger Schwall von kaltem Wasser auf ihn nieder, was weniger zum wohlfühlen war.

Nachdem wir kurz etwas getrunken hatten, probierten wir das Dampfbad, was ganz ok war und anschließend sind wir in einen Ruheraum mit Panoramablick gegangen. Auf der Liege mit bestem Blick lag ein alter Mann der schlief. Nach einer Weile schnarchte er dann in den höchsten Tönen und so durchdringend, dass wir dann wieder gingen, da das sehr störend war.

In die nächste Sauna sind wir dann zeitlich so gegangen, dass wir noch Zeit hatten bevor der Aufguss kam. Erstens war es dann in dieser nicht so voll und zweitens mag ich keinen Aufguss. Die Sauna war auch relativ leer und wir begannen uns zu entspannen. Nach einer Weile jedoch fing eine Frau hinter uns an herumzuturnen, sich den Körper zu reiben und penetrant zu seufzen und zu stöhnen an. Die anderen Gäste der Sauna waren auch sehr irritiert und es war wirklich sehr störend. Kurz darauf kamen dann wie im Taubenschlag so viele Leute herein, dass wir dann früher als geplant diese Sauna verließen.

Wir starteten einen zweiten Versuch uns im Ruheraum zu entspannen und das Glück schien uns hold, da noch niemand darin war und wir die schönsten Plätze mit dem besten Blick für uns beanspruchen konnten. Doch kaum hatten wir uns entspannt, ging die Türe auf und mit schleppenden Schritten kam der alte Mann von vorher hinein, ließ sich auf einer Liege neben uns nieder und räkelte sich mit undefinierbaren Lauten. Deshalb verließen wir den Ruheraum wieder.

Als letztes sind wir noch in die Biosauna und auch da war es sehr kurios. Eine junge Frau fing nach kurzer Zeit an zu turnen und präsentierte sich schließlich in dem sie die Beine nach oben streckte und in der Kerze verharrte. So hatte man volle Sicht auf ihren wohlgeformten Po und ihre Scheide. Obgleich mein Mann nicht verklemmt ist, meinte er nach kurzer Zeit, er hätte keine Lust sich die ganze Zeit die Rosette der Dame anzusehen. Also sind wir da auch früher wieder gegangen als geplant.

Schließlich sind wir dann bald unter die Dusche und anschließend mit dem Bus nach Hause gefahren, da wir noch Essen gehen wollten.

Nachdem wir uns gerichtet und in die Stadt gefahren waren, fanden wir ein nettes kleines Restaurant das Sushi und Grillspezialitäten anbot. Wir nahmen beide Sushi – ich die vegetarische Variante, da ich mich momentan überwiegend vegetarisch ernähre – und es war wirklich lecker. So hatten wir noch einen schönen Abend und waren beide glücklich.

Als Fazit kann man sagen, dass man bei einem Saunabesuch auch jede Menge kuriose Leute treffen kann, was zwar etwas nervt aber dazu beiträgt, dass man diesen so schnell nicht vergisst und dass wir uns als Paar immer noch recht gut verstehen.

21.9.17 15:40, kommentieren



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