reflections

Über

Ich bin 50 Jahre alt, bin verheiratet , habe 3 Kinder und einen Hund. Momentan bin ich anorektisch (magersüchtig) . Hier möchte ich meine Gedanken und Ereignisse meines teilweise mittlerweile anstrengenden Alltags aufschreiben.

Alter: 50
 


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Der erste Tag im neuen Jahr

und ich sitze hier um 6.30 Uhr auf dem Sofa und beginne zu schreiben.

Um 4 Uhr morgens ist unser Besuch (die Eltern vom Freund unserer Tochter) nach Hause gegangen und ich habe bis eben die Küche auf Vordermann gebracht, nachdem ich vergeblich versucht habe zu schlafen.

Der Abend war eigentlich ganz schön, wir haben leckeres Essen gehabt (ich habe die Vorspeise zubereitet – Krabben auf Avocado-Curry-Creme mit Honigmelone und Dill) und ich konnte mich durchaus mit den anderen Speisen anfreunden und habe neben der Vorspeise, Suppe, Paneer mit Reis und Gemüse und als Nachtisch Obstsalat gegessen – zwar eine recht kleine Portion von allem aber immerhin ... Nach dem Essen haben wir alle miteinander Karaoke gesungen, was Spaß gemacht hat.

Nachdem wir mit einem Glas Sekt das neue Jahr begrüßt hatten, bin ich mit dem Wölfchen, das mittlerweile ziemlich Angst vor dem Knallen und Leuchten des Spektakels draußen hat, in den Keller ins Studio gegangen und habe mich mit ihm in einen Sessel gekuschelt und ihn mit streicheln etwas beruhigt. Die anderen sind derweil nach draußen gegangen und haben ein paar Raketen gestartet. Mir war es lieber das Wölfchen zu trösten, ich kann dem ganzen Feuerwerksgedöns nichts abgewinnen, mich macht das auch eher nervös.

Trotz des recht schönen Abends bin ich allerdings wieder mal schlaflos.

Vielleicht liegt es ja auch an dem letzten Kommentar meines Mannes als er ins Schlafzimmer kam und nicht mehr ganz nüchtern bemerkte, dass er von mir mehr Unterstützung gewollt hätte. Er meinte damit aber nicht die Arbeit, die dieser Abend erforderte, in der Küche und beim servieren der Speisen habe ich ausreichend mitgewirkt und anschließend alleine die Küche aufgeräumt. Nein, er fand den Vater von unserer Tochters Freund anstrengend und ich hätte ihm diesen mehr abnehmen müssen. Davon abgesehen, dass sich jener gerne mit ihm unterhalten wollte und ich nicht genau weiß, wie ich mich da hätte einbringen können, hat mich eigentlich die Tatsache gestört, dass als das neue Jahr gerade mal 4 Stunden alt war, ich schon wieder eine Kritik bekommen habe.

Wie immer habe ich nun schon wieder das Gefühl, nichts richtig machen zu können. Mein Mann findet eigentlich fast jeden Tag einen Grund für Kritik an meiner Person und ich fühle mich dann wieder so unfähig und schlecht.

Davon abgesehen bin in den letzten Tagen sehr oft schlaflos und mich quälen wieder so viele Gedanken so dass ich derzeit nachts aufräume, Wäsche wasche, lese oder einfach Fern schaue. Gegen Morgen gehe ich dann wieder ins Bett und schlafe noch 1-2 Stunden. Seltsamerweise bin ich auch nie mehr wirklich müde.

Gedanken mache ich mir bezüglich der Zukunft, wie es denn nun weiter gehen soll, was ich möchte, warum ich – jetzt wird’s meiner Meinung nach langweilig- immer noch in der Anorexie verharre und immer noch keinen Plan habe wie ich da jemals wieder rauskommen kann.

Die Therapie, die derzeit mache, dümpelt ebenfalls irgendwie ohne Ergebnisse vor sich hin und obwohl die Genehmigung für Therapiestunden nochmal verlängert wurden, habe ich jetzt nur noch alle 14 Tage Therapie, da ich momentan keine wirklichen Fortschritte mache.

Auch der Versuch mehr mit der Körperwahrnehmung zu arbeiten, war nicht wirklich von Erfolg gekrönt und ich konnte es schwer ertragen und nicht daran arbeiten als ich den wahren Umriss meines Körpers auf einem Packpapier gezeichnet sah und dieser nur die Hälfte davon war, was ich zuvor geschätzt selbst aufs Papier malte. Mein Gefühl hat sich komplett geweigert zu begreifen, was mein Verstand eigentlich weiß – das dieser schmale Umriss, mein Körper ist….

Von den meisten meiner Freundinnen habe ich mich derzeit zurückgezogen, weil ich glaube, dass sie sich mit mir langweilen und es keinen Spaß macht, mich als Freundin zu haben.

Ich habe mich zwar etwas mit meiner Sporttrainerin angefreundet, bin da aber auch eher zurückhaltend obwohl wir uns eigentlich gut verstehen – allerdings auch dadurch bedingt, dass sie auch anorektisch ist, allerdings schon viel weiter ist, was das Gewicht angeht - sie hat unterstes Normalgewicht, was sie auch braucht, da sie Vollzeit arbeitet und alleinerziehende Mutter zweier Töchter ist. Ihr muss ich wenigstens mein Essverhalten und meine Körperwahrnehmung nicht erklären und wir haben schon einige Male einen durchaus schönen Abend miteinander verbracht, was mich durchaus aufgemuntert hat. Allerdings ist sie – wie ich auch - etwas komplizierter und hat ebenfalls viele Ängste und Besonderheiten, was es für mich auch manchmal anstrengend macht auch wenn wir zum Glück auch Gesprächsthemen außerhalb unserer Probleme finden.

So schaue ich recht verhalten und nicht wirklich positiv ins neue Jahr. Meine eher bescheidenen Wünsche sind, dass ich für meinen mittlerweile sehr dementen Vater eine Lösung bezüglich Unterkunft und Unterstützung finde, dass meine Kinder gesund und glücklich bleiben und dass ich körperlich auch mit wenig Gewicht weiterhin für den Alltag funktioniere.

Vielleicht geschieht ja dieses Jahr noch ein Wunder und ich werde soo glücklich und zufrieden, dass ich Ana nicht mehr als Halt brauche…. Allerdings glaube ich schon länger nicht mehr an ein Wunder...

2 Kommentare 1.1.18 07:39, kommentieren

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Durch einen Zahn gebremst

Durch einen Zahn gebremst

wurde ich Mitte September

Nachdem ich schon seit Wochen Schmerzen im Mund hatte und dachte, dass mein Zahnfleisch etwas entzündet ist und ich dieses mit einer Spülung aus der Apotheke versuchte zu kurieren, bin ich dann doch, nachdem ich jeden Abend eine Schmerztablette zum schlafen brauchte zum Zahnarzt gegangen obgleich ich immer noch der Meinung war, dass ich das nicht müsste, da ich sehr gesunde Zähne habe.

Bisher hatte ich ziemlich Glück mit meinen Zähnen, lediglich meine hinteren Weisheitszähne bekamen vor einigen Jahren eine kleine Füllung aus Kunststoff, da lange nicht erkannt wurde, dass diese vorhanden sind und ich sie dadurch das noch das Zahnfleisch darüber lag, lange Zeit nicht richtig putzen konnte. Lediglich mit dem Zahnfleisch habe ich ab und an Probleme, da es bei Infekten dazu neigt sich etwas zu entzünden und zudem beiße ich mich nachts im Schlaf auch teilweise im Mund (Zähneknirschen ist ja schließlich was für Anfänger).

Deshalb dachte ich auch nicht dass ich etwas am Zahn haben konnte. Als mir aber der ganze Kiefer schmerzhaft spannte und ich zudem noch Ohrenschmerzen hatte, habe ich schließlich beim Zahnarzt meines Mannes angerufen, um nach einem Termin zu fragen.

Normalerweise bekommt man dort nur schwer einen Termin und ich rechnete damit, dass ich in den nächsten 1-2 Wochen einen Termin bekommen würde. Zufälligerweise war aber eine Patientin abgesprungen und ich konnte in den nächsten 20 Minuten vorbeikommen.

Völlig überrumpelt, schwang ich mich auf mein Fahrrad und war schon bald in der Praxis. Zunächst füllte ich einen Fragebogen aus, wo ich wieder überlegte, ob ich Anorexie als gesundheitliches Problem angeben sollte, fasste mir diesbezüglich ein Herz und frage, die sehr freundliche Empfangsdame der Praxis. Sie meine ich soll das angeben, es könnte wichtig für die Betäubung sein.

Im Wartezimmer machte ich mir Sorgen, dass der Zahnarzt denken könnte, dass ich einfach zu schmerzempfindlich bin und grundlos herumjammere, zudem hatte ich total Angst.

Nach kurzer Zeit kam ich dann ins Behandlungszimmer und musste mich gleich auf die Liege legen. Dann kam der Zahnarzt, der eine sehr positive Ausstrahlung hat und mich wirklich freundlich begrüßte. Ich schilderte ihm meine Beschwerden und dann schaute er sich meinen Mund von innen an. Zunächst folgte das Aufzählen der Zähne mit den Nummern und der Erleichterung meinerseits wenn nach der genannten Zahl das „ob (ohne Befund)“ genannt wurde. Dann durfte ich den Mund wieder schließen. Der Arzt lobte mich zunächst für meine sehr schönen und gesunden Zähne – worauf ich auch wirklich stolz bin, kritisierte etwas mein Putzverhalten – Putzschäden am Zahnschmelz durch zu häufiges (ich putze 4-5 Mal am Tag Zähne) Zähneputzen und machte dann ein sehr ernstes Gesicht. Er sagte, ich soll jetzt keinen Schock bekommen aber ein Weisheitszahn sei total kaputt und entzündet. Die Zahnwurzel sei so entzündet, dass der Zahn so schnell wie möglich raus muss, da sonst die Gefahr bestünde, dass die Entzündung den Kieferknochen angreife. Zudem müsse er ihn herausoperieren damit die umliegenden Nerven nicht beschädigt werden. Er verstehe zudem nicht, wie ich so lange mit so heftigen Schmerzen herumlaufen konnte (bin also doch kein Weichei).

Dann überlegte er, ob ich ins Krankenhaus gehen soll, da würde der Eingriff dann unter Vollnarkose gemacht werden könne oder ob er es unter der normalen Betäubung machen soll. Aufgrund meines Gewichts meinte er, dass es wohl besser sei, wenn er es machen würde und ich soll mich allerdings darauf einstellen, dass es eine richtige OP sei und ich das nicht auf die leichte Schulter nehmen soll.

Dann gab er mir einen Termin. In zwei Tagen morgens um 9.15 soll ich da sein und dafür Sorge tragen, dass mich ein Taxi oder noch besser ein Angehöriger nach dem Eingriff abholt.

Die nächsten zwei Tage war ich wohl nicht unbegründet, sehr nervös und konnte nachts auch wegen der zunehmenden Schmerzen kaum schlafen.

Am Mittwochmorgen bin ich dann mit zitternden Knien in der Zahnarztpraxis aufgeschlagen und nach kurzer Wartezeit ging es dann los.

Zunächst bekam ich die Betäubungsspritze, was für mich kein Problem ist, denn mit Spritzen habe ich generell keinerlei Probleme. Dann wurde gewartet, dass das Betäubungsmittel wirkt.

Während des Wartens sprach die liebevolle Assistentin mit mir und bereitete nebenbei die Instrumente für den Eingriff vor, die sie vor mir etwas verbarg mit der Begründung, dass diese nicht so angenehm für die Patienten aussähen. Eigentlich ging es mir den Umständen entsprechend nicht so schlecht und meine rechte Wange fing auch schon an taub zu werden.

Plötzlich jedoch fingen meine Beine an völlig unkontrolliert zu zucken und zu beben. Dann folgten die Arme und schließlich zitterte ich am ganzen Körper und konnte dagegen überhaupt nichts machen. Das brachte mich völlig aus der Fassung und ich merkte wie Tränen in meine Augen stiegen, was mir sehr peinlich war. Der Zahnarzt, der bereits wieder ins Zimmer gekommen war, hielt meine Hand und fühlte mir den Puls. Ich sagte ihm, so gut ich mit klappernden Zähnen konnte, dass ich das nicht unter Kontrolle hätte und er erklärte mir, dass diese Reaktion meines Körpers von der Spritze komme, da in dem Betäubungsmittel auch Adrenalin sei und dass mein Körper wohl deshalb mit diesem Zittern reagieren würde.

Er ließ sich dann sehr viel Zeit, bis es zum eigentlichen Eingriff kam. Total liebevoll saß er neben mir, hielt meine Hand und redete mit mir über alles mögliche. Tatsächlich ließ das Zittern dann nach und er sagte, dass er jetzt mit dem Eingriff beginnen würde.

Als nächstes legte er mir ein Tuch über das Gesicht, da es ja eine Operation war. Das war zwar im ersten Moment wieder etwas unangenehm aber ok für mich. Dann musste er nochmal nachspritzen da die Betäubung wieder nachgelassen hatte.

Die folgenden 1 ½ Stunden wurden dann doch heftig, er bohrte, sägte, zog und schnitt und zwischendurch gab es immer wieder erneut eine Spritze, da die Betäubung sehr schnell wieder nachließ. Zum Ende der Behandlung hin, fing mein Zahnarzt an etwas zu fluchen, da er den Zahn einfach nicht herausbekam. Inzwischen war mir alles egal, ich wollte nur noch dass er den Zahn endlich herausbekam und so versuchte ich meinen Mund so weit wie möglich aufzumachen und mich weg zuträumen, was mir teilweise sogar gelang. Endlich nach den besagten 1 ½ Stunden hörte ich wie er sagte: „Wir haben es geschafft und es ist ein Zahn“. Er fragte mich, ob ich den Zahn sehen wolle und ich schaute mir auf einem Tablett einen durchgesägten Zahn mit roter Wurzel an. Dann wurde ich noch genäht und er meinte, dass ich nächste Woche zum Fäden ziehen wiederkommen soll.

Abschließend gab er mir noch Anweisungen für die nächsten Stunden und Tage. Ich solle bevor die Betäubung nachlässt ein Schmerzmittel einnehmen, das er mir verschrieb. Auf Antibiotika wurde aufgrund meines Gewichts verzichtet, dafür bekam ich eine antibakterielle Mundspülung verschrieben mit der ich ganz vorsichtig den Mund ab dem nächsten Tag spülen sollte. In den nächsten Stunden sollte ich bis die Betäubung nicht völlig weg sei weder essen noch trinken (ein Kinderspiel für mich und der einzige Lichtblick). Ich solle meinen Kopf hoch lagern und mit Coolpacks die Wange kühlen, damit die Schwellung weg geht. Rohmilchprodukte sollten gemieden werden wegen der Bakterien und ebenfalls sollte auf Kaffee (was mir sehr schwer fiel) verzichtet werden.

Dann schickte ich meinem Mann eine Nachricht, dass er mich abholen soll. Während des wartens stand ich vorne am Empfang und als der Zahnarzt vorbeikam, meinte er, dass ich nicht stehen soll und bat mich auf einer Bank, die dort um die Ecke stand, Platz zu nehmen. Nach kurzem sitzen, war mir diese aber zu hart und ich bin wieder aufgestanden. Natürlich lief er kurz danach wieder vorbei und meinte „jetzt steht sie ja schon wieder“ und bat mich nochmal eindringlich, dass ich mich jetzt ja schonen soll und dass ich einen sehr heftigen Eingriff hinter mir hätte.

Kurz darauf kam mein Mann und wir fuhren nach Hause.

Zuhause angekommen, habe ich mir erst einmal bequeme Kuschelklamotten angezogen und mich natürlich im Bad vorher gewogen. Ich war zwischen erschrocken und erfreut, als die Waage plötzlich auf einen Schlag 1 ½ Kilo weniger anzeigte. Wenigstens hatte ich deshalb keine Probleme mich gemütlich aufs Sofa zu legen und mich wirklich auszuruhen.

Nach 2 Stunden nahm ich, wie mir der Zahnarzt geraten hatte eine Schmerztablette, was ziemlich schwierig war, da ich meinen Mund kaum öffnen konnte. Dann bin ich auf der Couch vor dem Fernseher eingeschlafen und habe bis zum Abend durchgeschlafen.

Zwischenzeitlich hatte mein Zahnarzt bei uns angerufen und sich bei meinem Mann erkundigt wie es mir ginge und ihm erklärt, dass wenn ich Nachblutungen oder Fieber bekäme, er sofort den Notarzt rufen solle. Dann erzählte er ihm noch wie kompliziert der Eingriff war und dass ich 9 Ampullen Betäubungsmittel bekommen hätte und er sagte, dass ich wohl einen so schnellen Stoffwechsel hätte und deshalb die Betäubung nie lange angehalten hätte. Er meinte noch mit dieser Dosis hätte man fast einen Elefanten betäuben können. Das fand ich dann als mein Mann mir das erzählt hatte lustig, da ich ja figurmäsig nicht wirklich einem Elefanten gleiche.

Am späten Abend war dann die Betäubung endgültig weg und ich versuchte etwas Grießbrei, den mir mein Mann liebevoll gekocht hatte zu essen. Ich schaffte nur 2-3 kleine Löffel, da ich den Mund kaum aufmachen konnte. Das Trinken fiel mir auch sehr schwer und auch das Zähneputzen vor dem Schlafen gehen war eine Herausforderung. Zusätzlich zu der Wunde im Mund, war auch meine Lippe von dem langen Eingriff verletzt und sehr angeschwollen.

Den nächsten Tag lag ich auch auf dem Sofa, da ich sehr wacklig auf den Beinen war. Inzwischen konnte ich wenigstens etwas von einem Babygläschen mit einem Plastiklöffel essen und das Trinken ging etwas besser. Schmerzmittel nahm ich alle 4 Stunden und so langsam begann mich mein rumliegen zu nerven. Zudem war am übernächsten Tag die lange Museumsnacht in einer Stadt, die nur eine halbe Stunde von uns mit dem Zug entfernt ist und an der mein Mann und ich jedes Jahr teilnehmen und die uns so einen Spaß macht. Ich hoffte, dass ich da mitmachen konnte. Am Abend sah es noch nicht danach aus und ich war schon richtig traurig.

Am nächsten Morgen war es jedoch von den Schmerzen und vom Kreislauf her etwas besser und ich schaffte es morgens etwas Getreidebrei mit Wasser und mittags einen halben Teller gekochte und pürierte Karotte zu essen. Gleichzeitig reduzierte ich meinen Schmerzmittelverbrauch und nahm an diesem Tag nur 4 Tabletten. Mein Mann ging auch wieder ins Büro, nahm aber den Hund mit, da ich noch keine Spaziergang mit ihm schaffte. An diesem Abend war ich glücklich, da ich beschlossen hatte auf jeden Fall zur Museumsnacht zu gehen. Zudem war ich etwas mehr auf den Beinen gewesen und das kam meinem, durch das ausschließliche Liegen, verspannten Körper und meinem Kreislauf sehr entgegen.

Etwas wacklig auf den Beinen aber total happy sind wir dann am nächsten Tag abends zur Museumsnacht und durch die Ablenkung und die gute Stimmung hatte ich nur wenig Schmerzen und schaffte es sogar in einem indischen Restaurant eine Kleinigkeit zu essen.

Am Sonntag ruhte ich mich noch etwas aus und am Montag hatte mich der ganz normale Alltag wieder. Mit dem Essen von festen Speisen klappte es zwar noch nicht so gut aber die Schmerzen wurden immer weniger und es ging mir wieder recht gut.

Eigentlich wollte ich am Dienstag wieder zum Sport gehen aber mein Mann meinte ich solle damit warten bis die Fäden gezogen seien und der Zahnarzt sehen kann ob alles gut verheilt sei. Also war ich ganz vernünftig und ging nicht.

Am Mittwochmorgen wurden mir dann die Fäden gezogen. Im Vorfeld hatte ich davor natürlich wieder Angst. Als ich ins Behandlungszimmer kam, schaute mich der Zahnart ganz besorgt an und fragte vorsichtig wie es mir geht. Er meinte, dass ich einen Höllenritt hinter mir hätte und er die letzten Tage ganz oft an mich gedacht hätte, da er noch nie so eine schwierige OP gehabt hätte und dass er total stolz auf mich sei, wie tapfer ich diesen Eingriff durchgestanden habe. Seine Worte taten mir schon irgendwie gut, denn ich will ja immer die Tapfere sein. Das Fäden ziehen war völlig schmerzlos und nach 5 Minuten war alles vorbei. Ich machte noch einen Termin für eine Füllung eines Zahns, der wegen zu starkem Zähne putzen etwas an Substanz verloren hat, aus und dann bin ich noch in die Stadt gefahren um meinem Jüngsten ein Geschenk für einen Kindergeburtstag am Nachmittag zu besorgen.

Am Donnerstag bin ich endlich wieder zu meinem geliebten Sport gegangen und meine Befürchtung, dass ich keine Kondition mehr habe, hat sich zum Glück nicht bestätigt und ich war danach total glücklich.

Nach dieser Geschichte hat mich jetzt der normale Alltag wieder mit den üblichen Aufgaben und bei der Therapie war ich auch schon wieder, die wegen Urlaubs und der Zahngeschichte eine längere Pause hatte.

Eigentlich geht es mir wieder ganz gut. Das einzige ist, dass mein Gewicht sich dauerhaft um 2 Kilo reduziert hat und ich wieder bei 37 Kilo angelangt bin. Meine Erfolge, die Vereinbarungen mit meiner Psychologin erst auf 38 Kilo im Mai und dann auf 39 Kilo im August zu kommen, was mir ja auch gelungen war, sind wieder weg. Jetzt muss ich wieder von vorne anfangen mir diese wieder „anzufuttern“ und das überfordern mich gerade wieder. Mein Kopf sagt, dass ich es wieder schaffen muss, meine Ana feiert meinen Erfolg in die andere Richtung und momentan gelingt es mir ehrlich gesagt nicht so viel zu essen, dass ich davon zunehmen könnte.

Ich versuche mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen. Zunächst bin ich jetzt dankbar, dass mein Körper die Kraft hatte einen schwierigeren Eingriff zu überstehen und dass ich zudem einen Zahnarzt gefunden habe, dem ich vertraue und der diese OP so einfühlsam durchgeführt hat, dass ich nicht noch eine weitere psychische Belastung bei meiner Therapeutin verarbeiten muss.

1 Kommentar 15.10.17 04:46, kommentieren



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