reflections

Über

Ich bin 49 Jahre alt, bin verheiratet , habe 3 Kinder und einen Hund. Momentan bin ich anorektisch (magersüchtig) . Hier möchte ich meine Gedanken und Ereignisse meines teilweise mittlerweile anstrengenden Alltags aufschreiben.

Alter: 50
 


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Blog

Schöne Urlaubstage mit der Familie in den Bergen

Wir haben uns noch relativ spontan dazu entschieden einmal wieder mit der ganzen Familie einschließlich Hund noch ein paar Tage in den Bergen in Österreich im Montafon Urlaub zu machen.

Also suchte ich im Internet nach einer geeigneten Unterkunft. Anfänglich gestaltete sich meine Nachfrage ob man für 3 Erwachsene (mein Großer ist ja schon 19 Jahre alt), 2 Kinder und einen Hund eine Unterkunft bekommen könnte etwas schwierig, doch schließlich habe ich eine sehr schöne Ferienwohnung mit 3 Schlafzimmern mit jeweils 2 Betten, einem Wohn/Esszimmer, einer geräumigen Küche und einem gepflegten Badezimmer gefunden und ganz unkompliziert habe ich via Email mit der Vermieterin den Zeitraum und die Bezahlung klar gemacht und zudem noch liebevolle Hinweise und Tipps für den Urlaub bekommen.

Ende August ging es dann los und wir waren nach relativ kurzer Reisezeit an unserem Ziel. Eine Frau, die dort im Haus die Ferienwohnung verwaltet, zeigte uns die Wohnung die sehr schön und gepflegt war und nachdem wir ausgepackt und uns ein wenig frisch gemacht hatten, erkundeten wir an diesem Abend noch das kleine Örtchen und gingen in ein griechisches Restaurant zum Abendessen. Was sonst immer von mir gefürchtet ist, war aber sehr entspannt und ich konnte ein Gemüsegericht bestellen, was mir auch gut schmeckte.

Der Weg zurück zur Wohnung war wunderschön, da diese auf einer Anhöhe lag und unser Hund freute sich auch sehr über den langen Spaziergang zurück und tobte sich auf den umliegenden Wiesen aus. An diesem Abend packten wir noch ein Kartenspiel aus und hatten mit unseren Kindern sehr viel Spaß beim gemeinsamen Spiel.

Am nächsten Morgen sind mein Mann und ich dann relativ früh zusammen mit dem Hund ins Dorf gelaufen um Brötchen zu holen. Als wir an einem Hof vorbeikamen, der am Weg lag, kam ein Border-Collie-Mischling (wie wir später erfahren haben) auf unseren Hund zu und beide haben sich angeknurrt und unser Hund hat auf „dicke Hose“ gemacht. Trotz des kurzen Schlagabtausch, sind sie sich dann aus dem Weg gegangen und für uns bestand keine Notwenigkeit einzugreifen.

Zurück in der Wohnung hatte unsere Tochter schon den Tisch gedeckt und für uns einen Kaffee zubereitet. Sie hatte sich so in die Wohnung verliebt und es machte ihr Spaß so zu tun als ob die Wohnung ihr gehörte. So hatte sie riesig Spaß daran zu erkunden, wo Platzsets, Untersetzter, Brotkörbchen usw. waren.

Nach einem harmonischen Frühstück sind wir dann in ein Sport-Outlett gefahren, da unsere Tochter sich zwar feste Schuhe für die Berge gekauft hatte, diese aber schusseligerweise Zuhause vergessen hatte. Dort wurden wir dann fündig und nachdem wir kurz wieder in der Ferienwohnung waren und uns umgezogen hatten, ging es endlich mit der ersten Tour los.

Wir fuhren an den Silvretta-Stausee der recht hoch liegt und die Kinder und wir hatten viel Spaß auf einem Wanderweg diesen zu umrunden. Sehr schön waren die umliegenden Berge und die Wasserfälle die am Weg entlang mit Getöse den Berg hinunter rauschten.

Unterwegs waren wir ca. 2 Stunden und obwohl es zwischendurch etwas regnete, war es eine gelungene kleine Wanderung.

Am nächsten Tag wählten wir eine Tour die direkt von unserer Ferienwohnung aus ging. Ein sehr schmaler Pfad führte uns zunächst eine Wiese hinauf und ging dann weiter in einen Wald. Nachdem wir schon ein recht steiles Stück bewältigt hatten, war plötzlich eine Absperrung wegen Waldarbeiten mitten im besagten Wald. Wir stellten uns die Frage, ob wir nun weitergehen oder wieder zurück sollten. Zu hören war nichts von Waldarbeiten und so gingen wir weiter. Der Weg war sehr abenteuerlich und wir kletterten teilweise auf allen Vieren den Abhang im Wald hinauf.

Als wir oben waren war ein sehr liebevoll angelegter kleiner Balance-Spielplatz zu sehen auf dem man über Baumstämme balancieren konnte und so verbrachten wir etwas Zeit dort.

Der Weg zurück war dann nochmals abenteuerlich denn es ging wieder auf einem steilen, teilweise recht rutschigen Weg zurück und ab und an hielten wir uns an Bäumen und Wurzeln fest um nicht abzurutschen. Trotzdem oder auch deswegen hatten wir viel Spaß und waren ziemlich müde als wir nach 3 Stunden wieder in der Wohnung waren.

Als wir wieder zurück waren, beichtete uns unsere Tochter noch dass sie zu wenig Insulin für ihre Pumpe mitgenommen hätte und zudem entdeckten wir eine Zecke bei unserem Jüngsten und auch bei unserem Hund. Also suchten wir die nächste Apotheke in auf, die im nächsten Dorf lag. Obwohl sie schon zu hatte, konnte man klingeln und ein sehr charmanter Österreicher hatte dann eine Zeckenzange und das passende Insulin für uns. Erleichtert sind wir anschließen wieder in unser Feriendomizil und nachdem die Pumpe wieder mit Insulin befüllt und die beiden jüngsten Familienmitglieder von den lästigen Zecken befreit waren, konnten wir ganz entspannt noch im Ort in einem gut bürgerlichen Restaurant mit heimischer Küche, was für die Jungs Schnitzel mit Pommes und für meine Tochter und mich Gemüse mit Reis hatte, den Abend schön ausklingen lassen.

Am leider schon letzten Tag sind wir dann in einem Tal gewandert und anschließend noch mit einer Bergbahn auf einen Berg gefahren und dort etwas gelaufen. Etwas ungeschickt war, dass ein anderer Hund auch in der Bahn war und unseren nicht mochte. So mussten wir beim Einsteigen darauf achten, dass sich beide nicht in die Quere kommen, was dann zum Glück auch gelungen ist.

Leider war am nächsten Tag schon wieder Abreise und auch diese war ganz entspannt, alle packten mit an und in recht kurzer Zeit waren unsere Sachen wieder im Auto verstaut und wir sind anschließend recht entspannt wieder nach Hause gefahren.

Es war ein schöner Urlaub und es hat unglaublich viel Spaß gemacht mit unseren Kindern und dem Hund gemeinsam zu wandern und abends zu spielen.

Ich habe mich so gut gefühlt und bin dankbar und glücklich eine so tolle Familie zu haben.

16.9.17 00:05, kommentieren

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Und wieder sind Sommerferien...

Die Zeit vergeht so schnell, vor ungefähr 2 Jahren habe ich angefangen diesen Blog zu schreiben, um festzuhalten wie ich mich fühle und auch anderen Einblick in mein Seelenleben zu geben. Um zu zeigen, dass es zwar ein Kampf ist mit Anorexie zu leben aber dass es auch schöne Momente in meinem Leben gibt und dass ich trotzdem meinen großen Problemen mit dem Essen trotzdem gerne lebe auch wenn das für viele ein Widerspruch ist.Leider bin ich in letzter Zeit wieder am verdrängen. Ich stelle mir dann immer vor ganz normal zu sein. Glaube wie oft, dass niemand sehen kann dass ich dünn bin. Rede mir mein Essverhalten schön. Es achten schließlich viele Menschen auf ihre Ernährung achten und in der Werbung wird dies sogar immer propagiert. Ernähre Dich kalorienarm, low carb, mehr Bewegung, das alles trägt zur Gesundheit bei – auch bei mir, rede ich mir dann ein. Es kann also gar nicht so falsch sein, was ich mache….

Ich ziehe mich auch gerade sehr zurück, möchte alleine sein, die anderen verstehen mich sowieso nicht und ich glaube, dass ich langweilig bin und zu oft meine Ess-Störung in Vordergrund stelle. Und wenn ich versuche nicht über das Essen zu reden und normale Konversation zu machen ist es anstrengend weil ich meine Ana in Schach halten muss und weil es mir schwer fällt mich auf Gespräche zu konzentrieren. Zudem glaube ich dass es für die anderen zunehmend nervig sein muss, wenn ich es nicht schaffe mich zu ändern. Nach der Klinik haben ja auch viele zu mir den Kontakt abgebrochen, weil ich es nicht geschafft habe gesund zu werden.

Bin gerade auch wieder sehr stark am Zweifeln ob mir die Therapie hilft. Manchmal denke ich darüber nach, dass es so schön wäre einfach normal zu essen und dass es doch eigentlich egal ist wie dünn ich bin. Ich glaube manchmal dann sogar wirklich was die anderen sagen, dass ich mit mehr Kilo auf den Rippen besser aussehen würde.

Und irgendwie wünsche ich mir in solchen Momenten jemanden, der mich da unterstützt. Allerdings weiß ich nicht wie diese Unterstützung aussehen soll. Es müsste jemand sein, der meine Ängste wirklich versteht, der nicht den Eindruck macht nur auf diese Überlegung meinerseits gewartet zu haben und gleichzeitig sollte er aber auch nicht überrascht sein bezüglich meiner Überlegungen. Es müsste auch jemand sein zu dem ich so ein großes Vertrauen habe, dass er mir sein ok zu diesen Überlegungen geben könnte und ich es ihm glauben könnte, dass das so richtig und gut ist.

Und ganz tief in meiner Seele weiß ich, dass das eigentlich nur mein eigenes Ich sein kann und dass ich dazu eigentlich das Selbstbewußtsein und Vertrauen in mich brauche, was ich noch nicht habe und selbst nach fast vier Jahren Therapie nicht gefunden habe bzw. immer noch nicht weiß wie ich es bekommen soll…

Genug gejammert – momentan sind Ferien und die erste Zeit war sehr schön. Das Wetter war herrlich und ich bin mit meinem Jüngsten, der jetzt viel sicherer Fahrrad fahren gelernt hat – zum nahe gelegenen See geradelt und wir waren jeden Tag schwimmen. Meine Tochter ist auch wesentlich entspannter momentan und trifft sich viel mit Freunden und ist viel unterwegs. Der Große ist zwar nach wie vor viel in seinem Zimmer, geht aber zwischendurch in unseren Keller wo wir mittlerweile TRX-Bänder hängen haben und macht gezielten Muskelaufbau, was ich sehr gut finde.

Derzeit ist das Wetter leider schlecht und es ist ein wenig „saure Gurken-Zeit“ da alle Kinder sehr erkältet sind. Am schlimmsten hat es meine Tochter erwischt, die durch den Infekt dadurch auch Probleme mit ihren Zuckerwerten hat. Der Jüngste hat es schon fast überstanden, der Große ist erst seit gestern krank aber er ist meistens sehr schnell wieder fit. Ich hatte meine üblichen 2 Tage Fieber und Gliederschmerzen, jetzt bin ich wieder relativ fit und mein Mann ist so zwischen sich gut und schlecht fühlen.

Trotz der Zwangspause vom Sport und das Zuhause die Füße still halten, ging es mir gar nicht so schlecht. Ich habe viel Hörbuch gehört und gestrickt, gemalt und gelesen. Das Zimmer vom Jüngsten noch umgestellt und die Spielsachen mit denen er nicht mehr spielt in Kisten gepackt und zum auf den Dachboden stellen (das darf mein Mann dann machen – ich kann nicht auf Leitern irgendwo rauf, da bekomme ich Panik) ins obere Stockwerk gebracht.

Zwischendurch musste ich mich wieder um die Angelegenheiten meines Vaters kümmern und bekam zeitweise unangenehme Anrufe und Besuche – einmal vom Krankenhaus, wo er jeden Tag nach meiner Mutter fragt und jetzt auch aggressiv und böse wird, wenn sie ihn wieder weg schicken und der Ex-Schwager meines Vaters stand vor unserer Tür, bei dem mein Vater auch klingelt und nach meiner Mutter fragt, obwohl die Schwester meines Vaters schon über 40 Jahre von diesem Mann geschieden ist und dieser nichts mehr mit unserer Familie zu tun hat. Inzwischen habe ich erfahren, dass es wohl ein Gutachten von der Neurologin gibt, dass mein Vater dement ist und ich habe eine Bekannte von uns, die Anwältin ist und auch Betreuungen für solche Fälle annimmt, nun damit beauftragt die Angelegenheiten meines Vaters zu regeln. Ich schaffe es nicht diesen Mann, der zwar mein Vater ist, aber nie für mich da war und mich regelrecht im Stich gelassen hat, jetzt zu betreuen und für ihn da zu sein. Zum Glück verstehen das die meisten Menschen in meinem Umfeld und haben mich dabei unterstützt, so dass sich mein schlechtes Gewissen in Grenzen hält.

Momentan versuche ich von Tag zu Tag zu leben, nicht zu viel zu grübeln und mich an Kleinigkeiten zu erfreuen und wenn es nur ist, dass ich mich über den Moment freue, wenn ich im Wintergarten sitze und den Ausblick in den Garten genieße.

Irgendwie geht es ja immer weiter und noch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich eines Tages mal wieder positiver in die Zukunft blicke, die ich hoffentlich noch habe...

11.8.17 22:05, kommentieren



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