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Ich bin 49 Jahre alt, bin verheiratet , habe 3 Kinder und einen Hund. Momentan bin ich anorektisch (magersüchtig) . Hier möchte ich meine Gedanken und Ereignisse meines teilweise mittlerweile anstrengenden Alltags aufschreiben.

Alter: 50
 


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Blog

Ich lebe noch

auch wenn ich schon lange nichts mehr geschrieben habe aber dafür hat mir die Kraft einfach nicht gereicht. Hört sich jetzt dramatischer an als es wohl ist aber ich fand die Zeit vor Pfingsten – vor unserem recht schönen Urlaub in der Türkei als recht stressig.

Stress machte mir dabei am meisten mein verwitweter Vater der zusehend immer verwirrter wird. Nachdem mich inzwischen mehrere Leute aus seinem Bekanntenkreis anriefen und mir schilderten, dass mein Vater wohl im Krankenhaus nach meiner Mutter fragt, habe ich – neben meinen Bemühungen ihn für das betreute Wohnen in dem echt schönen Parkwohnstift zu begeistern und ihn dort unterzubringen – einen Termin bei seinem Hausarzt zusammen mit mir gemacht.

Er willigte sogar ein und ich war etwas ungehalten als er am Morgen des Arzttermins meinte, wenn es mir Spaß mache, könne ich ihm beim Arzt „das Händchen halten“. Da habe ich ihm nicht gerade freundlich erklärt, dass ich andere Hobbies habe als ihn zum Arzt zu begleiten, was ihn dann dazu brachte nichts mehr zu sagen und sich pünktlich in der Arztpraxis einzufinden.

Beim Arzt stritt er natürlich ab, dass er verwirrt sei und willigte dann ein, dass ich für ihn einen Termin bei einem Neurologen ausmachen könne. Beim Verlassen der Praxis kam wieder die inzwischen übliche Leier, dass er nicht mehr leben wolle und er haderte zudem damit, dass er in der kommenden Woche in das Parkwohnstift gehen sollte (was er nach langem hin und her nun doch wollte) um dort 2 Wochen Probe zu wohnen.

Ich organisierte dann den Termin bei der Neurologin und bekam schon 2 Tage später einen Termin (Papa ist schließlich Privatpatient, da geht so einiges, wie ich jetzt hautnahe mitbekomme). Als ich am Morgen zum vereinbarten Termin in die Praxis kam und auch mein Vater recht pünktlich dort war, war ich freudig überrascht, dass eine von meinen Mitturnerinnen im Turnverein die Ärztin ist, was ich nicht wusste, da wir uns ja nur mit Vornamen ansprechen und auch der Beruf kein Thema ist. Sie machte einen Test mit ihm und wollte, dass er noch in die Klinik zum MRT geht. Auch da gab es für den ehemaligen Beamten und Privatpatient wieder sehr schnell einen Termin.

Danach galt es das zweite Unterfangen – die 2 Wochen Probe wohnen im Parkwohnstift zu organisieren – da er Montag Morgen dort sein sollte, sind mein Mann und ich am Sonntag zu ihm gefahren um ihm mit dem packen zu helfen. Ich hatte ihm telefonisch angekündigt, dass wir kommen und ihm gesagt er solle schon mal anfangen zu packen und schauen, dass er genügend Wäsche für den Anfang hat. Als wir kamen, war er fest davon überzeugt, dass er dort ja nicht übernachten würde und keine Sachen bräuchte, gleichzeitig sprach er davon, dass er ja nun seine Wohnung kündigen müsse. Seine Wohnung war zudem wieder im chaotischen Zustand und seinen Kühlschrank, den ich inzwischen schon mehrmals entmüllt und ausgewaschen hatte, wollte ich lieber nicht sehen, dass wollte ich dann machen wenn er im Parkwohnstift ist. Wir schaffen es dann doch einen kleinen Koffer zu packen und sagten ihm, dass wir ihn am nächsten Morgen abholen würden.

Als wir am nächsten Morgen ankamen, hatte er den Koffer wieder ausgepackt und hatte beschlossen zwar dort hin zu gehen aber nicht zu übernachten. Nachdem wir ihm wieder erklärt haben, dass er schon 2 Wochen dort hin soll und es wie ein Urlaub sein soll, konnten wir, wenn auch unter erschwerten Bedingungen packen – er wollte dann plötzlich noch seine Stereoanlage und seinen Fernseher mitnehmen. Nach über einer Stunde haben wir es dann geschafft ihn dort hin zu bringen. Beim Verlassen der Wohnung trafen wir noch auf 2 Nachbarn, die es gut fanden, dass er dort hin geht und die ihm versicherten, dass er sich dort wohlfühlen würde. Mein Vater war aber trotzdem nicht so wirklich begeistert und ging mit einer sehr bedrückten Miene ins Wohnstift.

Mit entsprechender Miene betrat mein Vater dann zusammen mit uns die Einrichtung und schon bald kam die nette Mitarbeiterin, mit der mein Vater 2 Wochen zuvor den Antrag auf Probewohnen ausgefüllt hatte und zeigte ihm gleich sein liebevoll hergerichtetes Appartement das zudem noch einen herrlichen Blick vom Balkon in den liebevoll gestalteten kleinen Park hatte. Selbst mein Vater fand das jetzt gar nicht so schlecht und da alles sehr lange gedauert hatte, begleitete ich ihn noch in den Speisesaal da schon Zeit zum Mittagessen war. Auch dort wurde er freundlich empfangen und man zeigte ihm seinen Platz. Der Mitarbeiter dort fragte ob ich mitessen wollte, was ich allerdings verneinte. Dann erklärte er meinem Vater, dass es jeden Tag ein 4-Gänge-Menue gäbe. Daraufhin meinte mein Vater, der figurmässig ein „Strich in der Landschaft“ ist, dass er dann ja aufpassen müsste, dass er nicht zu dick werde. Das war dann ein Volltreffer, denn der Mitarbeiter schaute uns beide sehr verwundert an und ging dann leicht Kopfschüttelnd weg um noch Besteck zu holen. Trotz allem war mein Vater dann gleich in ein Gespräch mit einem Mann am Platz vertieft und ich konnte mich ohne schlechtes Gewissen verabschieden und zu meinem Mann und unserem Hund, die beide am Ausgang warteten gehen. Etwas erleichtert und in der Hoffnung, dass es meinem Vater dort gefällt sind wir wieder nach Hause gefahren.

Am nächsten Morgen hat mein Mann dann zum Frühstück nach meinem Vater geschaut, der wohl recht vergnügt im Speisesaal saß und es sich schmecken ließ. Erleichtert machte ich mich an meinen Haushalt und entspannte mich.

Gegen Mittag kam dann ein Anruf vom Parkwohnstift – mein Vater hätte „ausgecheckt“. Er hätte seine Sachen gepackt und an der Rezeption gesagt, das wäre hier nichts für ihn, er sei ja noch nicht alt. Es wäre zwar sehr schön aber er wolle sich diese Art von wohnen für später aufheben, wenn er es alleine nicht mehr schaffen würde. Na prima, dachte ich und etwa eine Stunde später rief mein Vater dann von Zuhause aus an, er sei wieder daheim und wolle dort bleiben. Er brauche keine Hilfe und käme alleine zurecht und wir sollen uns nicht mehr um ihn kümmern.

Wieder ein Tag später bekam ich schon wieder einen Anruf vom Parkwohnstift – dieses Mal am Nachmittag, dass mein Vater dort beim Mittagessen gewesen sei und sich völlig überrascht zeigte, als man ihn darauf ansprach, dass er dort nicht mehr untergebracht sei. Er wohne doch jetzt hier und er hätte auch in seinem Appartement übernachtet. Die Mitarbeiterin vom Parkwohnstift meinte, dass sie das Zimmer nun die vereinbarten 14 Tage für ihn bereit halten würden und er im Prinzip kommen und gehen könne wie er das wollte. Vielleicht, meinte sie, gewöhne er sich auch noch ein. Das fand ich eine gute Idee und war erleichtert, dass dies so unkompliziert trotz der Schwierigkeiten laufen konnte.

Doch die scheinbare Lösung wähnte nicht lange, denn 2 Tage später kam schon wieder ein Anruf vom Parkwohnstift, dass sie meinen Vater nun endgültig gehen lassen würden, da er schon wieder gepackt hätte und er zudem nachts sein Appartement nicht mehr gefunden hätte und er doch sehr verwirrt sei, so dass diese Art zu wohnen zu offen sei und sie die Betreuung, die er bräuchte nicht leisten können. Sie würden ihn auch grundsätzlich nicht in ihre Einrichtung aufnehmen. Später kam dann auch noch der Anruf von ihm von Zuhause aus mit den üblichen Anmerkungen.

In der Woche darauf hatte er dann seinen Termin im Krankenhaus zum MRT. Ich rief ihn morgens an, um ihn an den Termin der nachmittags war zu erinnern. Er war etwas unwillig da so schönes Wetter war und er viel lieber schwimmen gehen wollte, ließ sich aber darauf ein und war recht pünktlich vor dem Krankenhauseingang.

Schon am Eingang des Krankenhauses war er genervt und fragte mich, wer denn veranlasst hätte, dass er jetzt zum MRT müsse. Geduldig erklärte ich ihm dann, dass wir beim Arzt waren und dass die Neurologin das zur Diagnostik haben wolle. Er war weiterhin ungehalten und wir gingen in das vollbesetzte Wartezimmer. Dort lief er dann zu „Hochform“ auf. Er fing an mich zu beschimpfen, ich wolle ihn nur für unmündig erklären lassen, wir wollten ihn abschieben usw. Die anderen Leute im Wartezimmer verfolgten gespannt unseren Dialog und ich fühlte mich geschimpft wie ein kleines Mädchen und versuchte ihn zu beschwichtigen. Nach einer Weile überlegte ich aber was meine Therapeutin wohl zu dieser Situation sagen würde und mir kam der Gedanke, dass ich mir das nicht gefallen lassen müsse. Also überlegte ich weiter, wie ich nun erwachsen und souverän aus der Situation heraus kommen könne.

Nachdem mein Vater noch eine Weile weiter geschimpft hatte, stand ich nun auf, drückte meinem Vater den Überweisungsschein in die Hand und sagte, dass er, wenn er nicht zum MRT wolle, der Sprechstundenhilfe hier Bescheid geben solle, ich für meinen Teil würde jetzt wieder nach Hause fahren, da er meine Hilfe ja offensichtlich nicht wolle. Dann habe ich mich freundlich verabschiedet und bin aus der Tür gegangen. Mit zugegebenen weichen Knien und Herzklopfen bin ich aus dem Krankenhaus heraus gegangen zu meinem Fahrrad gelaufen und nach Hause gefahren.

Als ich Zuhause angekommen bin, war mein Mann, der von Zuhause arbeitete, erstaunt, dass ich schon wieder da bin und ich erzählte ihm wie es sich zugetragen hatte. Daraufhin fand er dass ich das richtig gemacht hätte und ich war total erleichtert und sogar etwas stolz auf mich. Ich hatte mich mal nicht nieder machen lassen und bin selbstbewusst und erwachsen aus einer schwierigen Situation herausgekommen.

In den folgenden Tagen haben wir nicht mehr viel von meinem Vater gehört und kurz vor unserem Urlaub meldete sich noch eine ehemalige jüngere Kollegin meiner Mutter, die wild entschlossen ist meinen Vater gemeinsam mit einer anderen Kollegin zu betreuen. Eigentlich sollten wir uns, nach Rücksprache mit seinem Hausarzt und nach den Vorfällen der letzten Wochen, nicht mehr um meinen Vater kümmern, damit er merkt, dass er nicht mehr alleine klar kommt. Aber das war der Kollegin nicht zu vermitteln und da sie dazu wild entschlossen war habe ich beschlossen es jetzt erst Mal so laufen zu lassen.

Und dann war es endlich Zeit die Sachen für den 2-wöchigen Sommerurlaub in der Türkei zu packen. …...

1 Kommentar 29.6.17 12:54, kommentieren

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Der sichere Ort und "no pain -no gain"

In der Therapie soll es jetzt an weitere Szenen meiner Vergangenheit und damit verbundene Imaginationsübungen gehen in denen ich „mein verletztes Kind“ in Sicherheit bringe. Verständlicherweise habe ich davor große Angst, denn es ist ja nicht ganz so einfach sich an Dinge, die man, da man sie nicht erträgt und die man jahrelang mehr oder weniger erfolgreich verdrängt hat, zurück zu erinnern. Zudem soll man die Situationen ja noch durchleben um sie dann durch die eigene Hilfe zu entschärfen. Dabei habe ich die nächste Angst- was wenn ich das nicht kann und noch hilfloser zurückbleibe. Gleichzeitig ist da auch noch ein Stück Scham, die mich überkommt, da ich erzählen muss, wie ich ein Opfer war und das fällt mir sehr schwer, da ich sonst ganz gerne die „Starke“ raushängen lasse.

Als Hilfestellung soll mir jetzt zusätzlich ein imaginärer sicherer Ort dienen, den ich dann zusammen mit meiner Therapeutin erarbeiten sollte. Ich sollte die Augen schließen und mir vorstellen, wo ich mich sicher und geborgen fühle, wie es dort aussehen soll, wie es sich dort anfühlt mit allen Sinnen. Zunächst schien die Übung ja recht einfach und ich meinte schon bald einen sicheren Ort gefunden zu haben, doch dann begann die sichere Welt wieder zu wanken, mich beschlich in dieser Übung plötzlich ein sehr ungutes Gefühl. Ich war doch nicht sicher, da konnte jemand eindringen, mich überwältigen, mir Angst machen, diese scheinbar sichere Welt zerstören. Also versuchte ich mit Mauern, Türen und allen Vorstellungen die ich in den Kopf bekommen konnte, den Ort wieder sicher zu machen. Doch damit tat sich ein weiteres Problem auf, wenn ich alles zumachte, fühlte ich mich selbst gefangen und eingesperrt, das ging also auch nicht.

Inzwischen wollte meine Psychologin nun wissen, ob ich „meinen sicheren Ort“ nun gefunden hätte und im ersten Augenblick, wollte ich das einfach bejahen, denn ich fühlte mich wieder komplett als Versager, da ich so eine einfache Übung nicht hinbekommen habe. Aber irgendwie erschien mir das auch als komplett falsch bzw. erkannte, dass ich mir damit ja eher selber schade. Also schluckte ich meinen Stolz hinunter und sagte, dass ich keinen sicheren Ort gefunden habe und mich deshalb schlecht fühle. Zum meiner Überraschung meinte die Therapeutin dann, dass sie das öfter erlebt. Das dass hauptsächlich bei sehr traumatisierten Patienten vorkommt, hat mir allerdings nicht wirklich gefallen. Einerseits hat mich das erleichtert andererseits wegen ihrer Bemerkung wieder runter gezogen. Aber ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich traumatisiert bin, auch wenn ich das gerne abstreiten würde.

Besagte Übung bekam ich dann als „Hausaufgabe“ und etwas gedrückt verließ ich die Praxis wieder.

Die kommenden Tage waren geprägt von viel Arbeit bei meinem Vater – seine Wohnung aufräumen und putzen. Den Kühlschrank (völlig voll und viele verdorbene und abgelaufene Sachen darin) aus zu misten und putzen, mein eigener Haushalt die Familie usw. Meine Nächte waren zudem mit nicht viel Schlaf bestückt, denn anstatt zu schlafen, fing das grübeln wieder an, was eine Weile nicht mehr so ausgeprägt war). Natürlich dachte ich sehr viel über den sicheren Ort nach, stellte mir Orte vor, verwarf sie wieder usw.

Mit den Nächten kamen dann wieder die Albträume angeschlichen. Zunächst hatte ich beim aufwachen wieder Angst und Herzklopfen, konnte mich aber nicht erinnern was ich genau geträumt hatte, dann wurde es konkreter wobei es immer darum ging ausgeliefert zu sein und es hatte immer etwas mit „fallen“ zu tun. Dieses „fallen“ das man im Traum so realistisch spürt und beim Aufwachen noch in den Knochen stecken hat.

Die Krönung war dann ein Traum, bei dem ich durch einen orientalischen Bazar laufe. Es ist wunderschön da und ich klettere über eine Art Wand, die mit wunderschönen Stoffen in vielen Farben ausgekleidet ist. Ich bin schon runter geklettert, als mir die Idee kommt nochmal darüber auf die andere Seite zu klettern. Also mache ich mich an den Aufstieg. Die Farben der Stoffe sind wunderschön und der Stoff fühlt sich auch wunderbar an, samtig, weich und er bietet genug Falten um sich daran festzuhalten. Neben mir steigen andere Menschen auf und ab, die ich allerdings nur so aus den Augenwinkeln registriere und die mich nicht stören. Zunächst ist alles gut und ich fühle mich wunderbar. Doch einen Moment später bemerke ich, wie hoch ich schon in der Wand geklettert bin und wie steil diese ist. Ich bekomme ein mulmiges Gefühl, versuche es aber noch abzustreifen. Doch die Wand und meine Situation wird immer bedrohlicher. Ich hänge immer steiler in dieser Wand und die Stoffe werden immer rauer, die Farben verblassen, ich habe keinen Halt mehr, ich versuche zu schreien, bekomme aber keinen Ton heraus. Mit schwindenden Kräften halte ich mich fest und muss hilflos, als meine Kräfte verbraucht sind, los lassen und mit einem lauten Schrei falle ich ins endlose Nichts.

Dieser Traum hat mich einige Tage verfolgt und ich hatte wieder einmal Angst einzuschlafen und so hatte ich mal wieder einige schlaflose Nächte.

In der nächsten Therapiestunde habe ich diesen Traum mit meiner Psychologin analysiert und was mir auch längst bewusst war, war die Tatsache, dass in diesem Traum alle meine Ängste vereinigt sind. Die Hilflosigkeit, die falsche Einschätzung der Situation und mein Hauptproblem die Angst die Kontrolle zu verlieren.

Wir sind dann auch nicht, wie die Therapeutin das vorgeschlagen hatte zu einer Imaginationsübung über gegangen, sondern haben uns über den Traum unterhalten. Was auch noch Thema war, war mein Vater und über diesen kamen wir dann auf Tabletten (die wir bei ihm aussortiert haben, da sie überall waren und noch von meiner Mutter stammten) und seine Drohung, dass er diese alle auf einmal nehmen wollte und sich umbringen wollte und als weiteren Gesprächsinhalt auf meinen Suizidversuch als Jugendliche, der auch mit Tabletten war. Das Trauma davor kam zur Sprache und es gelang mir tatsächlich dieses zu schildern, wobei ich meine Therapeutin wieder etwas schockte, jedenfalls war sie sehr betroffen. Allerdings schien sie es noch mehr zu ergreifen, dass ich beide Situationen bislang kaum jemand erzählt habe und damals weder zum Arzt noch zum Psychologen gegangen bin. Aber ich wollte es geheim halten, da ich dachte, ich sei selbst schuld daran. Zudem hatte ich immer den Satz meiner Mutter im Kopf „wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um“ und so hatte ich mir immer zurechtgelegt, dass ich selber schuld bin und mich geschämt.

Aber nun genug von der Therapie und zu meinem Lieblingsthema, das vielleicht auch ein bisschen krank ist aber nicht ganz so. Nach den Osterferien fing dann endlich mein geliebter Sport wieder an und die Trainerin von meiner „fit und fun -Stunde“ meinte zu Beginn, dass der Osterspeck wieder runter müsste. Die erste Stunde der Woche war eine Art Zirkeltraining für den ganzen Körper und die zweite war noch eine Spur härter. Es wurden 2 Gruppen gebildet und währen die eine Liegestützen, Kniebeugen und andere intensive Übungen machte, musste die andere während dieser Zeit am Stück Seil springen. Das war schon anspruchsvoll, ich konnte aber gut durchhalten. Das einzige was etwas zwickte war meine Achillessehne aber es war nicht so schlimm.

Mein Wunsch nach mehr Bauchübungen wurde dann anschließend noch entsprochen, denn ich habe mir das erste mal seit Jahren für unseren Urlaub am Meer zwei Bikinis gekauft. Mein Bauch ist zwar noch nicht so wie ich ihn mir wünsche aber es ist durchaus so, dass mein Mann und meine Tochter meinte ich könne einen Bikini tragen (klar mal wieder mit der Bemerkung, dass ich für eine Bikinifigur noch zunehmen müsste). Jedenfalls hoffe ich, dass ich meine überschüssige Haut und meine Streifen, die ich durch die drei Schwangerschaften habe, durch das trainieren der Bauchmuskeln noch etwas weg bekomme und mein Bauch straffer und glatter aussieht, wenn ich stehe, im liegen habe ich zu meiner heimlichen Freude einen sehr flachen Bauch, der wenn ich nichts gegessen habe sogar eine Kuhle nach innen hat.

Um mich noch auf das „no pain no gain“ in der Überschrift zu beziehen – als nach der Sportstunde die Trainerin meinte, dass diese Stunde doch recht intensiv war, aber man sich ja immer steigern müsse, quittierte sie meine obige Bemerkung mit einem zustimmenden Lächeln. Irgendwie wird sie mir immer sympathischer, da sie wohl auch etwas „verrückter“ ist was ihre Einstellung zum Sport angeht….

2.5.17 13:29, kommentieren



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